Lando, der Königspython

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Steckbrief

 

Gattung, Art, Unterart

Königspython
          (Python Regius)

Herkunft

Mittelafrika (Guinea- und Sudansavanne)

Körpergröße

bis 150 cm (selten auch bis 180)

Lebenserwartung

über 20 Jahre (teilweise weit darüber)

Haltung

Temperatur 28 - 32°C,

          nachts 24 - 25°C,
          Winter nachts 20°C

Luftfeuchtigkeit 75 - 95%,
          im Winter 60 - 80%

Beleuchtungsdauer 10 - 12h

Lebensweise

Dämmerungs- bis nachtaktiv, terrestrisch bis arboreal

Nahrung

Mäuse, Ratten und andere Nager

Schutzstatus

WA II B (meldepflichtig)

Gelegegröße

6 - 8 Eier (selten bis 14 Eier)

Inkubation

ca. 70 Tage bei 29°C

Pflege

mittel

Nachzucht

mittel


 

Wissenswertes

Guten Tag. Ich heiße Lando, und ich bin ein Königspython. Nachdem ich mich jetzt etwas eingewöhnt habe, fand ich es an der Zeit, mal ein wenig die Nase rauszustrecken und von meiner Frau Tendra und mir zu berichten. Unser wissenschaftlicher Name lautet Python Regius. Und auch da habt Ihr Menschen ausnahmsweise wieder mal Geschmack bewiesen, Python war nämlich ein Drache aus der griechischen Mythologie. Und Regius bedeutet natürlich königlich.

Im deutschsprachigen Raum nennt man uns manchmal auch Ballpython, und unter diesem Namen sind wir auch im Englischen bekannt. Dieser Name stammt von unserer Methode, uns gegen Gefahren zu verteidigen. Wenn wir uns nämlich bedroht fühlen, rollen wir uns ganz fest zu einem Ball zusammen, in dessen Mitte wir den Kopf schützen. In unserer Heimat in Westafrika nennt man uns wegen dieser Verteidigungsstrategie auch „the shame snake“, was „die sich schämende Schlange“ bedeutet. So ein Blödsinn! Kann ja nicht jeder so bissig sein wie diese riesigen Teppichpythons. Aber gerade wenn Ihr Jungtiere oder Artgenossen, die nicht so sehr an den Umgang mit Menschen gewöhnt sind, in die Hand nehmen wollt, müsst Ihr damit rechnen, dass wir uns erstmal zusammenrollen. Aber mit viel Geduld und regelmäßigem Umgang entspannen wir uns auch zunehmend.

Neben den Kornnattern gehören wir mittlerweile wohl zu den am häufigsten in Terrarien gehaltenen Schlangen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir mit durchschnittlich etwa 150 cm Länge nicht so schrecklich groß werden. Darüber hinaus sind wir in Terrarien inzwischen in einer Vielzahl von ganz unterschiedlichen Farbvarianten zu finden. Albino, Pastell, Mojave, Bumblebee und Piebald sind nur einige wenige Farben, in denen wir uns heutzutage präsentieren. Unser Herrchen findet übrigens, dass unsere klassische Farbzeichnung an den Kopf von ET – das ist der Außerirdische aus dem alten Kinofilm – erinnert. Grundsätzlich kann man uns aber wohl als eher kompakte Schlangen bezeichnen. Der Kopf ist wie bei vielen anderen Pythons stark vom Körper abgesetzt und eben dieser kräftige Körper endet in einem relativ kurzen Schwanz. Äußerlich unterscheiden sich Männchen und Weibchen kaum voneinander, da bleibt Euch zur Geschlechtsbestimmung nur Poppen oder Sondieren und das Hoffen, dass Ihr es richtig hinbekommen habt.

Aber macht Euch bitte keine Illusionen. Im Vergleich zu den anspruchslosen Kornis haben wir schon deutlich höhere Ansprüche an unsere Gastgeber. Das reicht von der Einhaltung der für uns angenehmen Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis hin zur richtigen Einrichtung. Klettermöglichkeiten dürfen nämlich ebenso wenig fehlen wie verschiedene Verstecken, in die wir uns tagsüber zurückziehen können. Als Folge von suboptimalen Haltungsbedingungen treten sonst oft Hautprobleme auf.

Vor allem sind wir aber beim Thema Futter manchmal etwas schwierig. Genau genommen sind wir schon dafür bekannt, dass wir teilweise über sehr lange Zeiträume jegliche Nahrung verweigern. Manchmal bereits von Kindesbeinen (hab ich wirklich Beine gesagt?) an, manchmal bei einer Futterumstellung oder auch scheinbar aus heiterem Himmel. Bei Weibchen kann sich ein solcher Fressprotest auch nach der ersten Eiablage einstellen. Das ist nicht unbedingt sofort ein Grund zur Panik, aber auf Dauer kann das Ganze sogar so weit gehen, dass wir davon ernsthaft krank werden. Die meisten unserer Artgenossen akzeptieren nur lebendiges Futter, aber Tendra und ich haben schon nach wenigen Wochen in unserem neuen Zuhause die Vorzüge von Frostfutter zu schätzen gelernt, das uns mit der Pinzette ein wenig schmackhaft gemacht wurde, und sind davon mittlerweile ganz begeistert. Ich glaube das wichtigste ist, dass wir beim Fressen unsere Ruhe haben. Mit eingezogenem Kopf lässt es sich ja auch so schlecht fressen. Insgesamt sollen wir Männchen angeblich ruhig ein bisschen schlanker sein als die Weibchen, da wir sonst offenbar nicht so sehr von einer Verpaarung zu begeistern sind (Ich hoffe jetzt nur, dass Herrchen und Frauchen das nicht mitbekommen).

Genau wie die Teppich- und Zwergpythons halten wir keine Winterruhe. Trotzdem sollte die Temperatur und Beleuchtungsdauer im Winter etwas abgesenkt werden, wie das auch in unserer natürlichen Heimat der Fall ist. Winterzeit bedeutet bei uns nämlich auch Paarungszeit, in der Ihr bei uns Männchen normalerweise unblutige Kommentkämpfe beobachten könnt. Schwangere Weibchen legen nach etwa 120 Tagen durchschnittlich 6-8 Eier, die sie, wenn man sie lässt, auch bebrüten. Den Teppichpython-Trick, durch Muskelzuckungen die Temperatur des Geleges erhöhen zu können, haben sie zwar nicht drauf, aber offenbar reagieren sie auf Temperaturschwankungen, indem sie sich bei hohen Temperaturen in losen, bei niedrigeren Temperaturen dagegen in engeren Schlingen um die Eier legen. Nicht zu vergessen, dass wir unsere Eier viel besser Beschützen können, wenn wir sie bebrüten. Und noch was, lasst das jetzt bloß nicht Tendra hören, aber natürlich können unsere Eier auch ganz normal in einem Inkubator ausgebrütet werden.

Wir sind wohl zu einer der beleibtesten - wenn nicht der beliebtesten - Schlange im Zuchtbereich geworden, weil es uns in unzähligen Farb- und Zeichnungsvarianten gibt. Damit Ihr einen kleinen Überblick erhaltet, habe ich ein paar für Euch aufgeführt.



Häufige Farbvarianten

Farbvarianten entstehen durch den Wegfall von Farbpigmenten, deren Abschwächung (Hypo) oder deutliche Dominanz (Hyper). Da wir ja, wie alle Schlangen auch, 3 verschiedene Farbpigmente besitzen kann es alleine hier schon zu extrem vielen Variationen kommen: 

 

 

 

 

 

 
Normalform (Wildtyp)
Dominantes Merkmal

 

 

 

 

Albino (Amelanistisch)
Rezessives Merkmal

 

Axanthistisch
Rezessives Merkmal

 

Leuzistisch
Rezessives Merkmal

 

Piebald (Teilleuzistisch)
Rezessives Merkmal

 

Hypermelanistisch
Rezessives Merkmal
 

 

Paradox Albino
Rezessives Merkmal
 

 

 

 

Weitere Farbvarianten



Albino High Contrast
Rezessives Merkmal

 

Butter
Kodominantes Merkmal

 

Caramel Albino
Rezessives Merkmal

   

Fire
Kodominantes Merkmal

 

Ghost
Rezessives Merkmal

 

Granit
Kodominantes Merkmal

   

High Yellow
Rezessives Merkmal

 

Lavender Albino
Rezessives Merkmal

 

Pastel
Kodominantes Merkmal

 

Pewter
Kodominantes Merkmal
 

 

Snow
Rezessives Merkmal
(Anery x Anery)

 

Super Cinnamon
Rezessives Merkmal
 

 


Super Mojave
Rezessives Merkmal

 

Super Pastel
Rezessives Merkmal

 

 

 

 



Zeichnungsvarianten

Zeichnungsvarianten sind Variationen der Musterung einer Schlange. Hier kurz die bekanntesten Varianten neben der klassischen Form:

 

 

Spider
Dominantes Merkmal

 

Striped
Dominantes Merkmal

 

Woma
Dominantes Merkmal

 

 


Bekannte Kombinationen
aus Zeichnungs- und Farbvarianten

 

 

Bumble-Bee
(Spider x Jungle Pastel)

 

Calico
Dominantes Merkmal

 

Champagne
Dominantes Merkmal

 

Clown
Rezessives Merkmal

 

Genetic Striped
Rezessives Merkmal

 

Honey-Bee
(Spider x Ghost)

 

Ivory
(Super Yellow Belly)

 

Killer-Bee
(Spider x Pastel)

 

Mojave
Kodominantes Merkmal

 

Hm, ich denke, das war’s dann jetzt auch erstmal von mir. Ich werde mich dann jetzt wieder verkriechen.

Bis zum nächsten Mal, Lando!



Familienfotos

Lando (Albino) in der Höhle
 

Tendra (Wildtyp) beim Erkunden
 

Tendra (Wldtyp) am Wassernapf
 

Tendras Kopf und Landos Schwanz
 

Tendra (Wildtyp) nach der Ankunft
 

Lando (Albino) nach der Ankunft