Wicket, die Sandboa

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Steckbrief

Gattung, Art, Unterart

Ostafrikanische oder Ägyptische Sandboa
          (Gongylophis Colubrinus)

Herkunft

Nordostafrika und Teile der arabischen Halbinsel

Körpergröße

50 cm Männchen, 80 cm Weibchen

Lebenserwartung

10 - 12 Jahre, vereinzelt bis 15 Jahre

Haltung

Temperatur 29 - 34°C,

          nachts 24 bis 29°C,
          Winter leicht niedriger

Luftfeuchtigkeit 40 - 50%

Beleuchtungsdauer 12 - 14h

Lebensweise

Nachtaktiv, hauptsächlich submers

Nahrung

Kleine Mäuse und Eidechsen

Schutzstatus

WA II B (meldepflichtig)

Gelegegröße

3 - 22 Jungtiere

Inkubation

Entfällt

Pflege

einfach

Nachzucht

schwer

 



Wissenswertes

Eigentlich habe ich jetzt keine Lust etwas zu erzählen. Warum macht das eigentlich niemand anderes? Na gut, bringen wir es schnell hinter uns. Mein Name ist Wicket. Ich bin eine Ostafrikanische Sandboa. Manchmal auch unter dem Namen Ägyptische Sandboa bekannt. Mir persönlich fehlt die Farbe Schwarz, der Fachmann spricht von Amelanismus, die breite Masse nennt es einfach Albinismus. Da wir Schlangen verschiedene Farbpigmente besitzen, gilt streng genommen nur ein Tier, welchem alle Farben fehlen, als Albino. Aber nun weiter. Auch wenn ich nur 40 bis 50 cm groß werde, zähle ich zu den Riesenschlangen. Ich bin sozusagen ein Zwergriese. Zusammen mit meiner Frau Kneesaa und dem Freund des Hauses Chirpa lebe ich in einem Wüstenterrarium, die meiste Zeit unterhalb der Erdoberfläche. Dann guckt lediglich meine Nasenspitze zum Atmen hervor. In seltenen Fällen auch mal der ganze Kopf. Die Sandboafrauen werden nahezu doppelt so groß wie wir Männer. Das macht mir aber nichts, da ich sowieso auf Rubensweiber fixiert bin.

Klettert in der freien Wildbahn ein Nagetier über mein so verstecktes Haupt, wird sogleich mein Jagdinstinkt geweckt. Sofort schnelle ich aus dem Sand, packe die Beute zielsicher mit meinem Maul und wickle mich um den Störenfried. Dieser Reflex ist auch der Hauptgrund, warum man mich nicht dicht hinter dem Kopf packen darf. Meist flippe ich dann extrem aus und schnappe nach links und rechts. Wenn es denn unbedingt sein muss hebt mich doch bitte in der Mitte meines Körpers an und dann bleiben wir Freunde.

Nun sind wir an dem Punkt angelangt, der Euch scheinbar am meisten amüsiert. Meine Körperform. Meine Herrchen bezeichnen mich als Wurst oder Gurke. Bislang habe ich aber nicht begriffen was das bedeuten soll. Vielleicht wird in Zukunft ja mal eine Wurst bei mir vorstellig, dann weiß ich mehr. Ich besitze einen spitz zulaufenden Kopf, der sich nicht vom restlichen Körper absetzt. Meine kleinen Augen mit schlitzförmigen Pupillen und meine Nasenlöcher befinden sich sehr weit oben auf dem Kopf. Mein Körper ist kräftig und endet in einem kurzen Schwanz. Ja man könnte mich als kompakt bezeichnen. Meine Schuppen sind verhältnismäßig klein und dicht, was zu einer allgemein rauen, fast panzerartigen Oberfläche führt. Dieses Aussehen ermöglicht es mir, durch den Sand zu schwimmen. Ähnlich wie es diese Sandwürmer im Film „Dune - der Wüstenplanet“ getan haben.

Wir Sandboas sind Bewohner der Wüste und nehmen unsere Flüssigkeit fast ausschließlich über unsere Beutetiere auf. Das sollte aber nicht dazu führen, uns eine kleine Wasserschale zu verweigern. Manchmal reicht ein Beutetier eben nicht aus. Insgesamt mögen wir lieber etwas zu große als zu kleine Futtertiere. Adulte männliche Sandboas schränken die Nahrungsaufnahme, vor allem während der Paarungs- oder Winterzeit, extrem ein. Man(n) will dann erstens in Ruhe gelassen werden und zweitens können ein paar Gramm weniger im Frühling sicher nicht schaden. Ich verkrieche mich dann immer an der kältesten Stelle des Terrariums, wo ich dann meiner Gedanken fröne. Es ist schon vorgekommen, dass auf diese Weise manche Sandboamänner bis zu 9 Monate nichts gegessen und insgesamt nur 6 bis 7 mal im Jahr Mahlzeiten zu sich genommen haben. Auch wenn wir absolute Wüstenbewohner sind und ihr Euch solchen Unsinn wie Sprühen im Terrarium gerne sparen könnt, Unterstützung bei der Häutung wird wohl nicht zu viel verlangt sein. Feuchtet dazu bei jedem Wasserwechsel eine Teil des Sands in der Nähe des Wasserbeckens mit an, das hilft uns, uns von unserer alten Haut zu befreien.

Anders als bei meinen Mitbewohnern machen unsere Versorger bei der Fütterung bei uns eine Ausnahme: wir werden im Terrarium gefüttert. Wenn wir mit Futter belästigt werden wollen, werden wir Euch das durch unsere typische Lauerstellung zeigen. Dann solltet Ihr gefälligst Futter für uns auftauen. Wenn Ihr uns dann per Pinzette mit dem Futter im Nacken anstupst, werden wir uns das Futter schnappen und meistens sogar im Sand in die Tiefe ziehen. Andersherum könnt Ihr es Euch im Allgemeinen sparen, Futter aufzutauen, wenn wir nicht in Lauerstellung sind.

In regelmäßigen Abständen müssen wir dann aber doch mal aus dem Terrarium heraus. Da wir wirklich alles im Sand machen (Geschäfte, Häutung, etc.), muss dieser regelmäßig durchgesiebt werden. Als zweckmäßig hat sich hierbei eine Katzenkloschaufel erwiesen.



Farb- und Zeichnungsmorphen

 



Classic

 


Amelanistisch

 


Anerythristisch

 


Rufescens

 
 

Flame Race

 

 

Abschließend möchte ich anmerken, dass wir Sandboas sehr Krankheitsresistent sind. Selten muss man mit uns mal zum Arzt. Zudem brauchen wir nicht viel Platz und selbst für Schlangenverhältnisse wenig Pflege. Jetzt habe ich aber genug erzählt. Ich muss mich nun um wichtigeres kümmern. Geht jetzt!



Familienfotos

Chirpa (Classic) hinterm Kaktus
 

Kneesaa (Anery) taucht auf
 

Chirpa und Kneesaa paren sich
 

Wicket (Amel) wacht auf
 

Wicket (Amel) auf Erkundungstour
 

Kneesaa (Anery) im Portrait
 

Kneesaa (Anery) mag ihre Maus nicht
 

Wicket (Amel) mag sie schon