Besta, die Strumpfbandnatter

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Steckbrief

 

 

Gattung, Art, Unterart

Rotseiten-Strumpfbandnatter
          (Thamnophis Sirtalis Parietalis
)

Herkunft

Zentral-USA bis Süden Kanadas

Körpergröße

80 cm, vereinzelt bis 100 cm, Männchen meist kleiner

Lebenserwartung

10 - 12 Jahre, vereinzelt bis 15 Jahre

Haltung

Temperatur 26 - 29°C, lokal 40°C,
          nachts 20 bis 23°C,
          Winter 12 - 14°C

Luftfeuchtigkeit 50 - 70%

Beleuchtungsdauer 8 - 14h,
          Übergang 5 - 7h, Winter keine

Lebensweise

Tagaktiv, aquatil bis terrestrisch

Nahrung

Mäuse, Eidechsen, Würmer und vor allem Fische

Schutzstatus

keiner

Gelegegröße

Um 20 Jungtiere, vereinzelt bis 80

Inkubation

Entfällt

Pflege

einfach

Nachzucht

mittel

 

 

 

Wissenswertes

Hallo, hallo, hallooooooo! Wie geht es Euch. Ich bin Besta und jetzt darf ich mich endlich auch zu Wort melden. Ach bin ich aufgeregt. Womit fang ich denn jetzt an? Also wie gesagt heiße ich Besta und bin eine weibliche Rotseiten-Strumpfbandnatter. Wir Rotseiten-Strumpfbandnattern zählen zu den Gewöhnlichen Strumpfbandnattern (Thamnophis Sirtalis), wovon neben der meinigen Unterart noch 11 weitere existieren. In den USA findet man uns häufig auch in Gärten, weshalb wir wohl dort auch Red-Sided Garter Snakes genannt werden. Schaut mich an! Seh ich nicht hübsch aus? Unsere Grundfärbung ist dunkeloliv, bis braun oder schwarz. Die Seitenstreifen liegen auf der zweiten und dritten Schuppenreihe und können gelb, orangegelb, bläulich oder grünlich sein. Das Gleiche gilt für den noch intensiver gefärbten Rückenstreifen. Zwischen diesen Streifen befinden sich viele rote Flecken. Ich sag doch ich bin hübsch. Unter uns Rotseiten-Strumpfbandnatern gibt es auch melanistische Exemplare. Die sind dann vollkommen schwarz. Ui… wie verwegen. Aber auch andere Farbvarianten sind bekannt. Obwohl ich mich immer frage, was will man eigentlich mit 'ner Rotseiten-Strumpfbandnatter ohne rote Seiten?

Am bekanntesten ist sicherlich unser Massenpaarungsritual, welches jährlich tausende Menschen nach Kanada lockt. Aber gleich dazu mehr. Erst muss ich noch was anderes erzählen. Also wir Strumpfbandnattern folgen in freier Wildbahn einem total ausgeklügelten Terminkalender. Das müssen wir auch, denn jede Verspätung könnte den Tod bedeuten. Wenn der Winter naht, begeben wir uns zu unseren, bis zu 15 km entfernten Winterquartieren. Ein sehr bekanntes ist eine Höhle in Manitoba, Kanada, wo alljährlich über 10.000 Schlangen zusammenkommen, um dort den Winter zu verbringen. Im Frühling klettern dann erst die Männchen aus dem Versteck und warten, bis sich ein Weibchen blicken lässt. Jetzt kriechen etwa 100 Männchen einem Weibchen hinterher, welches aber natürlich nur einen ran lässt. Ihr Menschen scheint das sehr interessant zu finden, weshalb unser Intimleben von Euch gerne als Touristenattraktion vermarktet wird. Das Weibchen kriecht nach der Paarung zum Sommerquartier, während das Männchen - wie könnte es auch anders sein - auf seine nächste Gelegenheit wartet, Sperma loszuwerden. Wenn das Winterquartier dann verlassen ist, folgen auch die Jungs in die Sommerresidenz. Interessant ist, dass einige Männchen ihre Artgenossen mit weiblichen Duftstoffen in die Irre führen, um selber zum Zuge zu kommen. Solche Männchen nennt man Pseudoweibchen oder auch Shemales.

Nun stellt Euch vor, Ihr würdet einen bestimmten Ort finden müssen, der 15 km entfernt ist, ohne Eure Arme und Beine benutzen zu dürfen und dabei die Augen stets von Grashalmen bedeckt zu haben. Ja so einfach ist das nicht. Wir Strumpfbandnattern suchen immer dieselben Sommer- und Winterquartiere auf. Um das zu schaffen bedienen wir uns einer inneren Landkarte, die wir in unser Gedächtnis gebrannt haben und gleichen diese mit den Himmelsrichtungen und bekannten Wegmarken ab. Die Himmelsrichtung erhalten wir vermutlich über das polarisierte Himmelslicht. Unsere Jungschlangen, die den langen Weg zum ersten Mal bewältigen müssen, bekommen von unseren erfahrenen Weibchen besondere Hilfestellung in Form von Duftspuren, denen sie folgen können. Im ersten Jahr überwintert unser Nachwuchs allerdings nicht in der Winterresidenz, er wäre noch zu schwach dafür. Wo die Kleinen es genau tun ist nicht bekannt, jedoch fandet Ihr Menschen einige Jünglinge in Ameisenhaufen, was für ihren Einfallsreichtum sprechen würde.

Wusstet Ihr eigentlich, dass wir Strumpfbandnattern Giftschlangen sind? Unser Toxin produzieren wir in der so genannten Duvernoy’schen Drüse, welche alle giftige Schlangen besitzen. Aufgrund des Fehlens einer Verbindung dieser Drüse zu unseren Zähnen, bleibt ein Umgang mit uns für Euch Menschen völlig ungefährlich. In seltenen Fällen kommt es beim Biss aber zu Vergiftungserscheinungen, wie Rötungen oder Entzündungen. Wenn wir an Euch Menschen gewöhnt sind, beißen wir aber höchstens, weil wir absolut unersättliche Vielfraße sind. Und niemand anderem auch nur einen Happen gönnen. Eher brechen wir zu viel Verschlungenes später wieder aus, als bei der Fütterung schlechter abzuschneiden. Dies ist bei Gewöhnung an Nahrung aber sehr von Vorteil. Haben wir eine Beute erstmal gepackt, speicheln wir sie brutal ein, um sie besser runterwürgen zu können. So extrem werdet Ihr es bei anderen Schlangen kaum beobachten können.

Wenn wir gestresst sind und uns bedroht fühlen sondern wir aus unserer Kloake ein reichlich stinkendes Sekret ab, um unsere Feinde zu vertreiben. Damit müsst Ihr auch rechnen, wenn Ihr ein Jungtier oder einen nicht an den Umgang mit Menschen gewöhnten Verwandten von mir in die Hand nehmen wollt. Meine Herrchen haben aber nicht aufgegeben, als ich noch klein war, und mich tapfer weiter jede Woche aus dem Terrarium geholt und in der Hand gehalten. Und nach ein paar Wochen hatte ich dann auch kapiert, dass die mir gar nichts tun wollten, sondern dass jetzt was total cooles kommen sollte: FRESSEN! Und mittlerweile mache ich diesen peinlichen Unsinn auch nicht mehr.

So, ich verabschiede mich dann jetzt. Das viele Gerede vom Essen hat mir irgendwie Appetit gemacht. Bis die Tage Jungs.



Farbmorphen



Classic

 


Black Albino

 


Red Albino

 

 



Familienfotos

Benno (Red Albino) beim Erkunden
 

Besta (Classic) am Klettern
 

Besta (Classic) spielt Schildkröte
 

Grillo (Black Albino) im Portrait)
 

Märit (Classic) beim Baden
 

Benno, Billy und Märit im Geäst
 

Billy (Black Albino) mapft gierig
 

Benno (Red Albino) nach der Ankunft